“Celebraichen”… oder sprachliche Grauzonen im Marketing


„Werbung, Banken, Bahn – alle haben auf Englisch umgestellt. Auch die Cafés, die heute Coffeeshops heißen, und die Bäckereien, die sich Back-Shops nennen. Dort gibt es Doughnuts, Bagels und Muffins. Manchmal auch Donalds, Beagels und Maffin’s“, heißt es in Bastian Sicks Spiegel-Online-Kolumne „Zwiebelfischchen“ am 3. Februar 2010. Schon die Überschrift „Let’s cellebrät“ lässt sprachliche Abgründe vermuten. Und in der Tat! Wer sich durch die zugehörige Bilderstrecke klickt, begegnet Absonderlichkeiten wie der Eiscreme-Sorte „Schtraschia-tella“. „Celebration“ mutiert zu „Celebraichen“ und dergleichen mehr.

Zugegeben, diese Wirrnisse haben Charme und einigen Unterhaltungswert. Gerade in Werbung und Marketing kommt es aber weniger auf unfreiwillige Komik, als vielmehr auf klare Kommunikation an. Da ist jeder im Vorteil, der die eine Sprache von der anderen unterscheiden kann. Gerade das allgegenwärtige Englisch bietet zahllose Fettnäpfchen und falsche Freunde!

Dass Falsches nicht richtiger wird, wenn man es oft wiederholt oder gar schreibt, zeigt auch die aktuelle Zwiebelfischchen-Bilderstrecke vom 31. März. Doch sollte man sich nicht entmutigen lassen. Ob nun Englisch oder Deutsch – es lohnt sich immer, mit Sprache sorgsam und präzise umzugehen. Einfache Faustregel: nichts kommunizieren, was man selbst nicht durchschaut. Vermeintlich professionelle, englische Fachausdrücke gehen schon mal nach hinten los, wenn ihr Verwender nicht wie ein Profi damit umgeht. Im Zweifel tut man gut daran, einen einfacheren, dafür aber klareren Ausdruck zu verwenden. Tipp: Hinterfragen Sie Ihre eigenen Texte und lassen Sie sie möglichst von Branchenfremden querlesen. So sehen Sie, ob Ihre Botschaft auch verstanden wird. Wer sich klar ausdrückt, kommt definitiv besser an – und dann funktioniert es auch mit dem Marketing.

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